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Über 2.000.000 potentielle Lebensspender haben sich bereits typisieren lassen.
Du auch??

Es war Mitte des Jahres 2009 als mal wieder einer dieser Aufrufe durch die Presse ging: Eine junge, mit 44 Jahren nahezu gleichaltrige, an Leukämie erkrankte Frau sucht das fehlende Puzzleteil. Ja, viele Puzzleteile wollten nicht passen oder besser gesagt, über 2.000.000 potentielle Stammzellenspender hatten einfach nicht die notwendige genetische Übereinstimmung. Es wurde also dazu aufgerufen, dass man sich typisieren ließe, damit das fehlende Puzzleteil, sprich der "genetische Zwilling", vielleicht doch noch gefunden werden könne. Wie oftmals zuvor, wurde der Vorsatz gefasst: Ja, da müsse man auch hin. Im Gegensatz zu den vielen Malen vorher wurde der Vorsatz diesmal auch in die Tat umgesetzt. Also hin zu der Remscheider Firma Steinhaus, die das Ganze zusammen mit der DKMS organisiert hat, und mal eben für die Typisierung ein wenig Blut spenden. Upps, weit gefehlt. Mit "mal eben" war das so eine Sache. Zunächst galt es einen Parkplatz zu finden, denn der große Firmenparkplatz war schon mehr als reichlich gefüllt. Aber Dank freundlicher Einweiser ging das dann doch recht zügig. Also nix wie rein ins Firmengebäude und ... Bereits nach der ersten Treppe Stau. Auf einem langen Gang befanden sich gefühlte Hunderte von Menschen vor uns. Nun ja, es mögen knapp unter hundert gewesen sein, aber schließlich war das sichtbare Schlangenende ja auch nicht identisch mit dem Ende der Warteschlange. Denn hinter der Ecke ging es dann noch ein Weilchen weiter mit dem sich Vorwärtsstehen. Die Langeweile hielt sich jedoch in Grenzen, da man durch Fenster Einblick in die Produktionsstätten hatte und wer wollte nicht schon immer mal wissen, womit große Mengen Pasta produziert werden bzw. wie die Maschinen nach Schichtende gereinigt werden? Als wir die Warteprozedur im wahrsten Sinne durchgestanden hatten, ging es zunächst an die Registrierung und Klärung der vorliegenden gesundheitlichen Voraussetzungen. Dies ging dann aber Dank vieler helfender Hände recht zügig. Man hatte vor der eigentlichen auch noch die Gelegenheit zu einer monetären Spende  Das wurde auch von den allermeisten wahrgenommen, nachdem man erfahren hatte, dass jede Typisierung die DKMS 50 Euro kostet. Die allermeisten Kosten davon verschlingen allerdings die Analysen im Labor. Nun wieder ein Treppe runter und dort gab es reichlich "Zapfstellen", wo man sein Blut dann endlich loswerden konnte. Ein kleiner Pieks, ca. 5 ml weniger Blut und zu guter Letzt noch ein Pflästerchen - das war's. Mit dem nicht zu unterschätzenden Gefühl etwas Gutes getan zu haben, ging es dann mit etwas Verspätung an das geplante Tagwerk.

Als wir in der Woche darauf in unserer Tageszeitung lesen konnten, dass an dem besagten Samstag über 1.700 (eintausendsiebenhundertdreiundvierzig!) Spender dem Aufruf zur Feststellung der Gewebemerkmale gefolgt sind, waren wir ein wenig stolz auf uns und auf die vielen anderen, die die Überlebenschance von Claudia , so heißt die junge Frau, erhöht hatten. Ende Juni dann die Wahnsinnspressemeldung: "Spender für Claudia gefunden" - nun gut, der Spender kam aus Amerika, aber das tat der Freude keinen Abbruch. Immerhin hätte man doch auch selbst das fehlende Puzzleteil gewesen sein können, oder??

Was da an diesem Samstag von der DKMS, der Firma Steinhaus und vielen anderen selbstlos helfenden Händen und unterstützenden Firmen geleistet wurde, war mehr als beeindruckend. Ebenso, dass so viele dem Aufruf folgten Und wenn man dann noch lesen darf, dass es in diesem konkreten Fall auch noch Hilfe für die Betroffene gab, dann bleibt einem solch ein Tag in ewiger guter Erinnerung. Nicht zu vergessen ist auch der Umstand, das man evtl. morgen selbst zum Lebensretter werden kann, wenn die eigenen Gewerbemerkmale mit denen eines erkrankten Menschen übereinstimmen und das es dabei vollkommen egal ist, wenn dieser Mensch evtl. auf der anderen Seite unserer Weltkugel leidet und bangt. Daher bleibt nur dazu aufzurufen, das so viele spenden wie nur möglich. Wenn es aus rechtlichen oder gesundheitlichen Gründen (noch) nicht geht, dann eben durch Geldspenden. Wie kann man Geld besser investieren als in lebensrettende Maßnahmen?

Viele werden sich nun fragen, "Hieß der Menütitel nicht: Wattestäbchen vs. Leukämie?" Aber die ganze Zeit ist nur von Blut abzapfen, pieksen etc. die Rede. Was hat es mit den Wattestäbchen auf sich?

Mittlerweile besteht die Möglichkeit sich auch auf einfachem Weg, nämlich dem Postweg, als DKMS-Spender registrieren zu lassen. Dazu werden zu Hause mittels zwei Wattestäbchen Abstriche der Wange genommen und das Registrierungs-Set das man per Post erhält wird dann auf selben Wege wieder zurück gesendet. Dieser Weg ist zwar einfacher, aber dennoch nicht günstiger. Wie oben bereits erwähnt, entfällt von den ca. 50 Euro Kosten der Löwenanteil auf die darauf folgende Laborarbeit.

Da die Stäbchen keinen Kostenvorteil bringen, setzt die DKMS bei öffentlichen Typisierungsaktionen weiter auf das "Pieksen", um keine Personen aufzunehmen, die sich lediglich aus gruppendynamischen Gründen registrieren lassen wollen, aber Angst vor Nadeln haben. Denn sollte es später zu einer Stammzellenentnahme kommen, so ist eine Blutabnahme nicht zu umgehen.

Mittlerweile engagieren sich viele bekannte Persönlichkeiten für diese lebensrettende Sache. Unter anderem Lukas Podolski:

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Wann läßt Du Dich als Lebensretter registrieren?

Wer tiefer in diese Thematik einsteigen und mehr über die Arbeit der DKMS und anderer Institutionen erfahren möchte, der kann sich u.a. hier informieren

DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei

ZKRD Zentrales Knochenmarkspender-Register Deutschland

Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern

Ach ja eins noch, es handelt sich bei den erwähnten Kochenmarkspenden NICHT etwa um eine Rückenmarkspende. Es gibt zwei Verfahren der Stammzellenspende. Bei dem einem wird benötigtes Knochenmark-Blut-Gemisch aus dem Beckenkamm entnommen und bei dem anderen geht es ohne Vollnarkose und sogar ambulant. Wie genau, darüber informiert die Homepage der DKMS