"Kites für Kids"-Aktion März 2010 
Die Aufgabe

Das verwunschene Dorf

Der Wicht Tegrof Noivilbo ist Euch ja noch bestens aus der letzten Rätsel-Aufgabe bekannt. Das Abenteuer im Vergessenen Land war beileibe nicht das einzige erzählenswerte Tegrof NoivilboErlebnis in seinem doch recht betagten Leben, dafür aber mit großem Abstand das gefährlichste Abenteuer, das er zu bestehen hatte. Als er eines Abends erneut seine Ururenkel einhüten durfte, weil deren Eltern Bekannte in Mittelerde besuchten, war es mehr als natürlich, das die Kinder ihren Ururopa um eine weitere spannende Geschichte aus seinem doch so aufregenden Leben baten.

Er tat nichts lieber als das. Nachdem er den Kamin angefeuert hatte, der kurz darauf eine wohlige Wärme verbreitete, stopfte er seine alte Pfeife und zündete sie mit einem langen Streichholz an. Der aus dem Pfeifenkopf  verströmende Rauch legte sich wie Nebel über die im Halbkreis am Boden hockenden Kinder und verbreitete so die richtige Atmosphäre für ein weiteres spannendes Abenteuer.

"Kites für Kids"-Partner März 2010: LevelOne_Logo 2


"Vor langer, langer Zeit - es war wohl so drei bis vier Sommer nach meiner Begegnung mit dem grausamen Lufdaerd - da wurde ich zusammen mit dem Druiden Ylenas zu einer geheimen Mission nach Snordemark entsendet", begann er seinen Bericht. "Ylenas sollte dort in einer Dorfgemeinschaft mysteriöse Vorfälle überprüfen. Man munkelte, es solle eine merkwürdige Krankheit in einem noch merkwürdigerem Dorf ausgebrochen sein. Zu Ylenas Schutz sowie für den Transport all seiner Heilmittel und Kessel zum Brauen seiner Heiltränke und Salben, wurden also neben mir noch 14 weitere junge, starke Männer auf eine lange Reise geschickt." Die die drei Kinder saßen mucksmäuschenstill und lauschten gebannt den Worten Ihre Ururopas. "Genaues wusste keiner", fuhr er fort, "aber jeder hatte ein bisschen was gehört und nach und nach ergab sich ein Gesamtild. Einer wusste beispielsweise, dass es sich bei dem Dorf um eine Gemeinschaft handelte, die kein Wort miteinander sprach. Ein anderer ergänzte gar, dass die Menschen dort überhaupt nicht untereinander kommunizierten - weder mit gesprochenen oder geschriebenen Worten, noch mit Gesten jeglicher Art."

Die Kinder schauten verwundert und der Kleinste fragte: "Was denn, Opapapa, nicht ein Wort oder eine freundliche Geste?" "Ganz genau, das einzige soziale Ereignis war das allabendliche gemeinsame stille Gebet, mit anschließendem rituellen Händeschütteln. Dies ging folgendermaßen vor sich. Es wurde eine lange Reihe gebildet und der Letzte fing an, die Reihe abzugehen, jedem die Hand zu schütteln und ihm einige Momente in die Augen zu schauen, um sich sodann als Erster einzureihen. Nun war wiederum der Letzte dran und schritt händeschüttelnd die Reihe ab, um sich zwischen seinem Vorgänger und dem ursprünglich Ersten einzrureihen. Dies ging immer so weiter, bis jeder jedem die Hand geschüttelt hatte",  erwiderte Tegrof, zündete seine erloschene Pfeife neu an und fuhr fort. "Am nächsten Abend behauptete ein anderer gar, dass die Dorfbewohner keinerlei Spiegel oder spiegelnde Gegenstände besäßen und das sich die Menschen dort nur an den Pumpen ihrer tiefen Brunnen wuschen, damit sie sich nicht selbst ansehen mussten. Denn wer sein eigenes Antlitz erblickte, der hatte sofort das Dorf zu verlassen, in den nahegelegenen Wald zu marschieren und dort seinem Leben selbst ein Ende zu setzen." Die Kinder schauten entsetzt zu Ihrem Ururopa auf und der Älteste fragte diesen verunsichert: "Das stimmte aber doch sicher nicht, oder?" "Leider doch", entgegnete er. "Die Menschen dort blieben sogar nach einem Regen solange im Haus, bis das Wasser draußen wieder vollständig verdunstet war, damit sie nur ja nicht Gefahr liefen, sich zufällig selbst in einer Pfütze ins Gesicht zu schauen. Laut einer Prophezeiung, würde nämlich ansonsten das ganze Dorf der Vernichtung anheim fallen, wenn derjenige, der sich selbst erblickte nicht unverzüglich die Gemeinschaft verließe". Die Kinder schüttelten ungläubig die Köpfe und unterhielten sich ein kleine Weile angeregt darüber, was es doch für merkwürdige Menschen gab und woran manche tief und fest glaubten.

Debonair_Landkarte_Dorf


Nachdem die Kinder sich beruhigt hatten, fuhr der Wicht mit seiner Erzählung fort. "Nach vier Tagen erreichten wir das Dorf und der Druide Ylenas ging alleine hinein, um zu erkunden, wie es um die Bewohner dort stand. Bereits nach kurzer kam er wieder heraus und begann zu berichten. Er erzählte, das in dem Dorf weit über hundert Menschen lebten und dort tatsächlich eine schreckliche Krankheit ausgebrochen sei. Unsere Begleiter fingen an, aufgeregt durcheinander zu schreien und verlangten, das Dorf umgehend niederzubrennen, um eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. Ylenas wirkte beruhigend auf alle Anwesenden ein und teilte mit ruhiger Stimme mit, dass es sich nicht um eine ansteckende Krankheit handelte. Kurz vor dem allgemeinen Gebet hatte er alle Dorfbewohner auf dem Marktplatz versammelt, sich jeden Einzelnen angeschaut und die Dorfgemeinschaft dann darüber informiert, das man Erkrankte an einem kreisrunden, feuerroten Mal von der Größe einer kleinen Münze auf der Stirn erkennen könne. Das Mal bewirkte keinerlei Haut- oder sonstige Veränderungen, so dass man es nicht ertasten oder erfühlen konnte. Ferner teilte er ihnen mit, dass keinerlei akute Gefahr bestand, da die Krankheit stets relativ langsam verläuft. Allerdings endet sie immer im Wahnsinn und die Erkrankten würden somit zur Gefahr der Allgemeinheit. Zum Schutz aller verfügte er daher, dass jeder der das Mal trug, sofort nach dem Gebet das Dorf Richtung Wald und Freitod zu verlassen hatte, nachdem ihm bewusst geworden sei, das er zu den Erkrankten gehörte. Dann sagte der Druide noch, das wir jetzt hier 13 Nächte lang warten müssten, um abzuwarten, ob die Erkrankten auch tatsächlich das Dorf verlassen würden. Falls nicht müsste man mit Waffengewalt vorgehen." Die Kinder schauten sehr verwundert und wollten wissen, was denn nach diesen 13 Nächte geschehen sei. "Nun ja", sagte der Ururopa. "Kurz nach dem Gebet verließen in Abständen mehrere Personen das Dorf und verschwanden im Wald. Ylenas zählte jeden einzelnen und dann sagte er: 'In Ordnung, das war's, wir können nach Hause gehen.' Am nächsten Morgen packten wir unsere sieben Sachen und zogen heimwärts".

Die Kinder blickten sich gegenseitig fragend an und wussten nicht so recht was sie von dieser Geschichte halten sollten. Woher bloß wusste der Druide, dass man genau 13 Nächte warten musste, bis sich eine Horde erkrankter auf den Weg in den Wald machte. Woher wussten bloß die Erkrankten das sie krank waren und wie viele Menschen mussten das Dorf verlassen? "Du Opapapa," begann der Mittlere, "wie viele waren es, die in den Wald mussten?" Keine Reaktion. "Opapapa," sagte er nochmals etwas lauter. "Wie viele?" Die einzige Antwort die er bekam, war ein gleichmäßiges Schnarchen aus der Richtung seines Ururopas. Aus Erfahrung wussten sie, dass wenn der alte Mann erst einmal schlief, ihn nichts so schnell wecken konnte. Also nahmen sie sich ein Blatt Papier und notierten, was sie über die Dorfbewohner wussten:

- eine schlimme Krankheit war ausgebrochen und Erkrankte trugen ein kleines rotes Mal auf der Stirn 
- Da es keinerlei spiegelnde Gegenstände gab, war es unmöglich sich selbst zu betrachten um heraus zu finden, ob man ein Malträger war
- keiner redete mit einem anderen
- es gab auch sonst keinerlei Kommunikation untereinander - weder schriftlich noch per Zeichensprache

Auch nach langem grübeln fiel Ihnen keine Antwort auf die Frage ein, wie viele Dorfbewohner erkrankt waren, jedoch recht bald die Augen zu. Als sie spät am  nächsten Morgen erwachten, waren zur allgemeinen Freude ihre Eltern bereits wieder da und bereiteten Frühstück. "Opapapa ist übrigens schon seit einer Stunde auf dem Heimweg", sagte ihre Mutter beiläufig. "Oh, nein!", schrieen alle drei gleichzeitig. "Wie sollen wir denn nun nur erfahren, wie viele Kranke in den Wald hinaus mussten?" rief der Kleinste ganz enttäuscht. Die Eltern schauten sich nur verdutzt an, während die Kinder enttäuscht in sich zusammen sackten.

Wer kann den Kindern helfen? Wer weiß wie viele
Dorfbewohner von dieser seltsamen Krankheit befallen waren und wie haben sie von ihrer Erkrankung erfahren?

(Aufgabe als PDF für Druck und eMail:  Download)

Was ihr tun müsst, damit ihr mit etwas Glück Besitzer eines "Jumping Jack Flash"-Trickdrachen von Level One werdet:

Wer meint die Antwort zu wissen, der sendet uns einfach die Lösungszahl und eine kurze Erklärung per eMail an folgende Adresse:

Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Natürlich geht es auch per Post, sofern ausreichend frankiert, mit Stichwort "KfK-Aktion 1003" an unsere Postanschrift.

Bei Eingang mehrerer richtiger Lösungen entscheidet das Los. Teilnahmeberechtigt sind Kinder und Jugendliche der Geburtsjahrgänge 1992 bis 1998, die sich noch in der Ausbildung befinden (Schule, Studium, Berufsausbildung etc.) oder aber arbeitssuchend sind und die einen deutschen Wohnsitz haben. Einsendeschluß ist Mittwoch der 31. März 2010. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Der Gewinner wird schriftlich benachrichtigt. Unzureichend frankierte Postsendungen können wir leider nicht annehmen.

Es können nur Lösungszusendungen berücksichtigt werden, die neben der vollständigen Adresse das Geburtsdatum und eine Telefonnummer für evtl. Rückfragen enthalten. Es werden keinerlei mitgeteilte Daten über den notwendigen Zeitraum der Ermittlung des Drachen-Empfangsberechtigten hinaus gespeichert oder für Werbezwecke missbraucht. Keinerlei Daten werden an unbeteiligte Dritte weitergegeben oder gar veräußert.

Viel Glück
Eure Carla

PS: Weitere Preise: 1 Jahres-Abo KITE & friends, je 1 Kurz-Abo (3 Ausgaben) KITE & friends und Sport & Design Drachen


Vorherige Aufgabe:  Februar 2010