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SchwachPerfekt 

Slide!

Als ich endlich einmal auflandigen und damit gleichmäßigen Wind hatte, war er relativ schwach. Zunächst fiel es mir nicht leicht, den Drachen in der Luft zu halten, ohne stetig nach hinten zu laufen. Fast reflexartig bin ich einen Schritt zurück gegangen, wann immer der Druck in den Leinen schwächer wurde - und "zurück" heißt natürlich "in Richtung Wasser".

Dieses Verhalten musste ich zunächst also abstellen. Und plötzlich wurde mir klar, dass es ohnehin nicht nötig war. Bei gleichmäßigem Wind, der auch in Bodennähe noch weht, reicht ein Zug an beiden Leinen völlig aus und in der Höhe kann man die Hände auch gefahrlos wieder nach vorne schieben.

Sobald ich das erkannt hatte, wurden die Flugstunden einfach wundervoll. Die Pearl fliegt bei wenig Wind angenehm langsam, ja geradezu behäbig. Und nach einem langen Arbeitstag (ich arbeite im Moment als Praktikant in der Pflege, 40 Stunden Woche Schichtdienst mit Wochenende - unbezahlt!!) in der Abenddämmerung noch am Strand zu stehen ist einfach toll.

Bei so wenig Wind lassen sich außerdem Stall und Slide trainieren. Ein Stall geht fast von alleine. Am Windfensterrand den Drachen sanft aufzurichten reicht in der Regel schon aus, in der Windfenstermitte muss ein Combination Turn immernoch nicht besonders zackig sein.

Und dann folgt der Sideslide...

... oder auch nicht. Denn am Anfang ist es mir wirklich schwer gefallen, am sinkenden Flügel zu zupfen - und damit entgegengesetzt zur gewohnten Lenkrichtung zu reagieren. Außerdem müssen alle Bewegungen unglaublich sanft sein, damit der Drachen nicht wieder Fahrt aufnimmt. Mit diesem Manöver werde ich mich bestimmt noch sehr lange beschäftigen müssen, bis es mir wirklich ins Blut übergegangen ist.

Inzwischen gelingt es mir aber immer mal wieder, den Drachen fast quer durch das Windfenster zu sliden, auch wenn er dabei noch ziemlich stark hin- und herwackelt. Und direkt über dem Boden fliegen kann ich ihn dadurch auch noch nicht.

Gut Ding will wohl Weile haben.