Zephyros
Trickdrachen von CMK
Der neue Stunt Kite aus dem Hause Custom Made Kites
Der Zephyros polarisiert. Schon beim Design trennt sich die Fliegerwelt in zwei Lager. Die einen lieben es und die anderen ... Fest steht, es handelt sich unverkennbar um einen CMK-Drachen. Die optische Ähnlichkeit des Zephyros mit seinem Vorgänger, dem Ophidion, ist sicherlich alles andere als ungewollt. Auch technisch als konsequente Weiterentwicklung des Ophidion angekündigt, waren wir sehr gespannt auf seine "GöttlichKite". Arne Hübner (Custom Made Kites / AH Technology), der für den Zephyros verantwortlich zeichnet, ließ uns freundlicher Weise einen seiner zwei Pre-Seriendrachen, eine Standard-Version, zu Testzwecken zukommen. Wie Arne mitteilte, werden die Serienkites nahezu unverändert ausgeliefert.
Nun ja, zumindest was den Einfluss auf den Wind betrifft, hat der Windgott scheinbar seine eigene Vorstellung von "perfekt". Soll heißen, wochenlang keine Gelegenheit, den Drachen unter einigermaßen würdigen Windbedingungen auf Ein-/Aufsteigertauglichkeit zu testen. Entweder es herrschte absolute Flaute, es blies in Windstärken um auch Kleiderschränke fliegen lassen zu können oder aber beides gleichzeitig, und das aus allen Richtungen.
Zumindest ein paar schöne Fotos des Kites und erste fliegerische Eindrücke bei suboptimalen Bedingungen konnten wir in dieser Zeit schon mal sammeln:
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Detailfotos:
Der Eignungstest
Nach vielen Wochen des Wartens war war es dann endlich so weit, der Windfinder proklamierte einigermaßen stabile Windbedingungen um 12 km/h bei aufgelockerter, freundlicher Bewölkung. Also Video-Kamera eingepackt und nichts nichts wie ab auf die Poller Wiese nach Köln. Dort angekommen wurde wieder klar, warum es in eingeweihten Kreisen auch immer öfter Windlüger statt -"finder" lautet. Der Himmel war meist dicht bewölkt und der Wind nicht stabil, sondern wieder mal böig, dafür aber wenigstens in einem Rahmen, der Extreme weitestgehend außen vor ließ. Gnädiger Weise kam der Wind aus der "richtigen" Richtung, denn so hatten wir inkl. Kamera, im Gegensatz zu den Black Fööss, wenigstens die "Aussicht op d'r Dom".
Also einen befreundeteten Piloten (Olliyeah) gebeten, den Kite ein wenig Gassi zu führen und mich ab und an bei der Kamerarbeit zu unterstützen. Er willigte gerne ein und nach einer guten Viertelstunde Einfliegen habe ich dann die Vidcam startklar gemacht. Wieder mal zeigte sich, dass mein Stativ für schnell bewegende Motive einfach nicht geschaffen ist und meist wurde daher aus der Hand gefilmt. Da Bilder oft mehr sagen als das x-fache an Worten, hier zuächst das Video. Ich bitte die teils wackeligen Bilder zu entschuldigen:
Ich hatte Oli schon ein paar mehr "Trainings-"Einheiten, wenn auch unter widrigen Bedingungen, voraus. Aber wie man im Video gut sehen kann, fiel es Oli auch nach kurzer Eingewöhnungsphase nicht weiter schwer, mit dem Drachen gut klar zu kommen und dem Zephyros eine weite Bandbreite an Tricks zu entlocken. Der Trickdrachen war auf ganz leicht soneres Brummen und mit Standardwaageeinstellung getrimmt. Hier unsere Eindrücke: Der Kite ist präzise genug, um schöne lange Geraden parallel zum Boden zu fliegen und aus knackigen Ecken kommt er ohne Nachdrehen heraus. Ob es zur Wettkampfpräzision reicht, überlasse ich denen, die sich besser damit auskennen. Aber dieser Stunt Kite kam ja nicht als Präzisionswunder zu uns, sondern als "radikaler Trickser" (O-Ton CMK-Homepage) und dieses Versprechen hält er. Die Jacobs Ladder scheint eingebaut und gewickelt wird sozusagen auf Zuruf - gerne auch mehrfach. Flic Flac, Fade, flache Axel, Half-Axel, Axel-Kaskade, Backspins, multipel oder als Kaskade, Lazy's, gerne auch gewickelt als Multi-Lazy - alles möglich. Slot Machine und 540er schön flach und elegant, der Comete langsam am Windfensterrand oder bei stärkerem Wind "geprügelt" in WF-Mitte - ebenfalls möglich. Aaaaaaber, seine GöttlichKite, wie viele Höhergestellte, verlangt nach guter Führung und liebt Pünktlichkeit, sprich exaktes Timing. Andernfalls wirken die Tricks schnell unsauber. Hilfreich in den Übungsphasen ist, dass der Zephyros fehlertolerant ist und sehr gut recovered. Der Einsteiger wird daher sicherlich viele Tricks recht schnell mit dem Zephyros hinbekommen, aber er wird gleichermaßen viel an Leinenspannung und dem richtigen Maß an Slack arbeiten müssen, was alles andere als verkehrt ist, um die Tricks auch schön und elegant für den außenstehenden Betrachter erscheinen zu lassen. All das soll kein Nachteil sein, im Gegenteil, dem Ein- und Aufsteiger wird es zu Gute kommen, denn verschenken tut der Kite, abgesehen von den Yoyo's und Jacobs Ladder, recht wenig. Er ist halt ein "Gott" mit Charakter. Damit wird er auch sofort für fortgeschrittenere Piloten interessant, die einen Kite suchen, der sie weiterbringen kann. Probleme gab es lediglich bei der Taz Machine, die immer nur dann funktionierte, wenn die Kamera aus war. Auch der Yo-Fade wollte (noch) nicht so recht gelingen. Aber wie gesagt, es herrschten mal wieder böige Verhältnisse und die Zeit war begrenzt.
Den Zephyros gibt es als STD und UL ohne Aufpreis mit den folgenden zwei Segeldesigns - Custom Mades sind, nomen est omen, auf Anfrage möglich:

Fazit: Für den ambitionierten Ein- oder Aufsteiger mit etwas größerem Geldbeutel ist der Zephyros sicherlich ein Kite, bei dem die Erfolgserlebnisse nicht lange auf sich warten lassen und der ihn durchaus eine lange Zeit durch das Trickfliegerleben begleiten kann. Der Fortgeschrittene erhält einen charaktervollen Trickdrachen der bei manchen Tricks, wie der Taz Machine sicher eine Herausforderung sein wird, aber andererseits schnell das Gefühl der Vertrautheit vermittelt. Er mag keine schlampigen Flieger - die lässt er entsprechend aussehen - auch wenn er sich beileibe nicht gegen die Ausführung der Tricks sperrt. Die Tricks wirken dann halt nur nicht so schön. Alles in allem ein würdiger Nachfolger des Ophidion.
Technische Daten laut Hersteller:
Segel: Icarex
Gestänge (Angaben in runden Klammern = UL) [in eckigen Klammern = SUL]:
- Leitkanten = Matrix 6 mm (6 mm) [5 mm]
- Obere Querspreize = Matrix 6 mm (4 auf Wunsch 5 mm) [4 mm]
- Untere Querspreizen = SkyShark Black Diamond Nitro (3 PT) [BD 3 PT]
- Kiel: Skyshark 5 PT (P200) [3 PT]
Spannweite: 245 cm
Standhöhe: 101 cm
Windbereich: 6-30 km/h (2,5 - 15 km/h = UL) [1,5 - 10 km/h = SUL)
Fluggewicht inkl. Trimmgewicht: 295 g (265 g) [k.A.]
Preis (06/2011): € 285,00 (€ 275,00) [SUL a.A.] kite only
Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten gibt es hier: AH Technology / Custom Made Kites
Zum Video-Downlaod geht es hier: Zephyros Download

















